Auschwitz-Birkenau. Nur drei Kilometer
entfernt. Wir befinden uns im Gemeindegebiet von Brzezinka, zu
deutsch: Birkenau.
Das Gelände ist
riesengroß, beinah untertrieben. 175 Hektar. Es sprengt jegliche
Vorstellungen. Das Ende kann man schwerlich erkennen. Unglaublich,
wirklich.
Der Großteil der Baracken steht gar
nicht mehr, 300 waren das einmal. Nur noch die Umrisse, die Kamine
und Schornsteine davon sind übrig geblieben. Die aber zu tausenden.
Nach dem Tor gehen wir
zuerst nach rechts. Außen fahren die Autos auf der Landstraße
selbstverständlich vorbei. Nur der drei Meter hohe, doppelte
Stacheldraht dazwischen. Einige Musterbaracken stehen an dieser
Stelle, die man betreten darf. Fluchtversuche waren quasi unmöglich.
Einige schafften es dennoch, wie durch ein Wunder. Klappte das nicht,
war es der sichere Tod für sich selbst und für andere Mithäftlinge.
Eine Handvoll Baracken sind auf dieser Seite noch erhalten. Zwei von
ihnen stehen zu Besichtigung zur Verfügung. Im Inneren stockt uns
der Atem. Der Wind pfeift durch das Ziegelmauerwerk. Es ist kaum
geschützter wie draußen. Nur der Kamin könnte wärmen. Massen an
Häftlingen lebten in so einer Baracke. Zu fünft in einem Bett, auf
dem Boden aneinandergereiht, beinahe übereinander. Grausam. Hinter
jenen Baracken blicken wir über endlose Schornsteine und Kamine
hinweg. Das Ende ist gar nicht sichtbar. Das macht uns Angst.
