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06 Juni 2015

Vom Riesengebirge ins Schlesische (Teil 7)


Der Weg am heutigen Tag führt uns hinaus aus dem sagenumwobenen Riesengebirge. Am Ende werden wir im schlesischen Polen sein. Einige Kilometer werden wir zurücklegen.

Trutnov ist die letzte Stadt des Riesengebirges. wir sind nun an dessen südöstlichsten Rand. Zugleich ist wird es als Tor zum Riesengebirge. Ein wichtiges Zentrum einer Region. Die Einwohnerzahl unterstreicht das. Immerhin 30000 Menschen. Der weg zur Grenze ist nicht mehr weit.
Geschichtlich trat Trutnov im Deutschen Krieg im Jahre 1866 zur Geltung. Preußen und Österreicher standen sich in der Schlacht bei Trautenau gegenüber. Die Preußen verloren diesen einseitigen Kampf, sie vollzogen den Rückzug. Wenige Jahre zuvor, zu Zeiten des Dreißigjährigen und des Schlesischen Krieges, wurde Trutnov nahezu komplett zerstört.
Seit der Gründung der Stadt im frühen Mittelalter war Trutnov, wie die anderen Städte dieser Region auch, geprägt von ständigen Besitzerwechseln. Fürsten und Herzöge schoben sich das Land hin und her. Kontinuität eher Fehlanzeige.
Mit der Zugehörigkeit zur Kaisermonarchie entwickelte sich die Wirtschaftsfähigkeit. Leinenmanufaktur, Baumwollweberei und weitere Textilfabriken sorgten dafür. Handels- und Industriefamilien häuften sich Reichtum an. Der Tourismus kam Jahre später hinzu, schaffte zusätzlich Wohlstand.
Konflikte zwischen Deutschen und Tschechen waren an der Tagesordnung. Unterschiedliche Sprache, unterschiedliche Mentalität. Verschiedene Lehranstalten und getrennte Kulturhäuser waren die Folge, friedliches Zusammenleben mit gewissen Spannungen.
1918 veränderte sich die staatlichen Verhältnissen. Österreich-Ungarn war gerade zusammengebrochen, das Gebiete wurde von nun an tschechoslowakisch. Ein neuer Staat war gegründet, Trutnov gehörte dazu. Tschechische Richtlinien galten nun Die Situation verschlechterte sich. Handelsmärkte brachen weg, hinzu kam die Inflation der Währung. Erholen konnte man sich davon nicht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg vollzog sich der nächste Umbruch. Nicht nur, das eine Menge ihr Leben in Kampfgebären verloren, die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben, die Einwohnerzahl sank um ein Vielfaches.
Historisches findet der Besucher rund um den Ringplatz. Das Rathaus inmitten des Areals ist das Verwaltungszentrum der Stadt. Ein repräsentatives zugleich. Im 19. Jahrhundert wurde es im neugotischen Stil errichtet. Gleichzeitig fällt der Rübezahlbrunnen auf dem Ringplatz ins Auge. Rübezahl, der mystische Geist des Riesengebirges, sitzt auf dem Felssporn und beobachtet die vorbeigehende Menschenschar. Die Pestsäule der heiligen Dreifaltigkeit erinnert an ihre schlimmen Umstände dieser todbringenden Krankheit, die auch Trutnov in der Geschichte mehrfach heimsuchte. Außerdem ist es eine Demonstration des katholischen Glaubens gegenüber den Evangelisten. Umgeben wird der zentrale Platz von stolzen Bürgerhäuser mit Laubengängen, die dem gesamten Ensemble Eleganz und Glanz verleihen. Restaurants und kleine Geschäfte beleben es zusätzlich. Die Einwohner wuseln durch die Straßen und Gassen der Stadt, erledigen ihre Angelegenheiten.


04 Juni 2015

Natur pur – Am Ursprung eines Stromes (Teil 6)

Für mich, eines der Highlights auf diesem Trip „Vom Riesengebirge durch den Süden Polens“. Die Winterwanderung zur Elbequelle. Ein kleines Abenteuer. Wie sich im Nachhinein herausstellt, sollte ich Recht behalten. Nur, das Ausmaß war mir nicht bewusst.

Eigentlich hatten wir uns das ganz einfach vorgestellt. Knappe 6km von Spindlermühle aus. Die Route haben wir uns via Google Maps und Google Earth vorher schon zurecht gelegt. Alles easy, dachten wir.
Der Tag ist angebrochen, ausgiebig gefrühstückt, das Proviant für unterwegs ist fertig gepackt.


03 Juni 2015

Spindlermühle - eine Perle (Teil 5)


Irgendwie geht der Name hinunter wie Öl. Spindlermühle, tschechisch Spindleruv Mlyn. Es hat einen Hauch von Glanz und Schönheit. Von Prestige.

Es ist das Zentrum des Riesengebirges. Der beliebteste Ort. Wer das Riesengebirge meint, nennt im gleichen Atemzug den Ort, den wir nun besuchen. Für zwei Nächte.
Hotels, Pensionen und Unterkünfte gibt es en masse. Klar, ein Touristenort mit 1000 Einwohner. An den Berghängen und im Zentrum tummeln sie sich. Die exklusivste Lage ist sicherlich in der Stadtmitte oder am Berghang mit freien Blick über dem Tal. Dementsprechend höher der Zimmerpreis pro Nacht. Durchaus mondän.


02 Juni 2015

Nur Nebel auf dem Riesen (Teil 4)


Die Schneekoppe, der höchste Berg des Riesengebirges, der höchste Berg Tschechiens. 1603 Meter hoch. Ein Riese unter den Mittelgebirgen Europas. Wir wollen ihn erklimmen. Mit der Seilbahn.

Ausgangspunkt dafür ist das Örtchen Pec pod Snezkou. Direkt am Fuße der Schneekoppe. Am Ende eines Tals gelegen, ist Pec pod Snezkou nur von Bergen umgeben. Eine Straße führt in das Aupatal hinein und wieder hinaus. Gegründet wurde er im 16. Jahrhundert, von Österreichern, die das Holz für ihre Bergwerke in der Heimat benötigten. Erst Ende des 19. Jahrhundert setzte sich der Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Gang. Alles ist in dem 600 Seelendorf auf den Fremdenverkehr ausgelegt. Hotels, Pensionen und Appartements bestimmen das Bild auf weitem Flur, manche stechen förmlich heraus. Prachtvolle Sehenswürdigkeiten architektonischer Art gibt es nicht. Einige landestypische Holzhäuser sind die herausragenden Gebäude. Der Ort lebt von der Natur. In der kalten Jahreszeit ist Pec ein beliebter Wintersportort. Im Frühjahr, Sommer und Herbst erwartet den Besucher ein wahres Wanderparadies mit weit verzweigten Wegenetzen. Aktivurlaub pur an erfrischender Luft. Wer Abwechslung braucht, kann sich auf der Sommerrodelbahn oder im Adventure Park austoben. Ganz in der Nähe der Seilbahnstation zur Schneekoppe.


01 Juni 2015

Quer durch das Riesengebirge (Teil 3)



Harrachov, unser Start am heutigen Tag. Es geht quer durch das Riesengebirge. Am Ende werden wir in Svoboda nad Upou und Horni Marsov sein, vom nordwestlichen in den östlichen Teil des Gebirges.